Auf dem Schulweg

Es war mal wieder soweit.Des Morgens stand ich mit erröteten Augen, die bereits meine Müdigkeit zeigten. Vom Nebel wurde die Bushaltestelle wie Wasserfarben verwischt und getrübt, doch in meiner Müdigkeit lief ich ohne wenn und aber auf die Haltestelle zu.Ich setzte mich auf einen der bereit stehenden graffittibesprühten Plastiksitze. An einer Stange klammerte ich mich schlaftrunken fest. Dummerweise kam der Bus noch lange nicht. Nach einer langen Viertelstunde heftete sich meine Hand immer noch an die Stange und ein Mann in schwarzem Anzug setze sich neben mich. Die nächsten Minuten geschahwieder nichts. So lief meine Routine am Morgen. Alles beim alten. Meine Uhr mit den Leuchtzeigern tickte. Ich fing in meiner Langeweile an die Minuten zu zählen. Minute 1:Nichts. Minute 2:Tuckernd fuhr der Bus vor. Minute 3:Ich wollte aufstehen. Minute 4:Eine Hand packte meinen Oberschenkel. Ich fiel auf den Sitz zurück. Der Mann neben mir hatte meinen Oberschenkel gepackt.Kalter Schweiß lief mir in spürbaren Linien über den Rücken.-Was wollen sie von mir?-, fragte ich ein gequältes Stöhnen unterdrückend. Der Mann lächelte, ließ mich aber nicht los.-Die Frage ist eher, was du willst-, ertönte die Bassstimme des Mannes.-Jeden Morgen sitzt du hier. Wartest auf den Bus. Ist das nicht langweilig?-Verständnislos fuhr ich zurück. Was sollte das? War das ein perverses Spielchen,um mich zu ihm nach Hause zu lotsen? Möglich. Als keine Antwort kam, fuhr der Mann fort.-Leute wie du leben in der Angst neue Erfahrungen zu machen.-Der Bus fuhr weg.Mist!Die Fingernägel des Mannes gruben sich weiter in meinen Oberschenkel.Ich zitterte.Gerade als ich daran dachte zu schreien, stand der Mann auf und drehte sich desinteressiert um.-Du wirst niemanden von unserem Zusammenfinden erzählen.Ich weiß schließlich, wie du wahrscheinlich bereits bemerkt hast, immer wo du bist.-Ohne eine Antwort abzuwarten lief er davon.So hat alles begonnen.Tag 1:Es war kalt und der Regen prasselte auf meinen Kopf.Der Bass. Er war mir seit gestern nicht aus dem Kopf gegangen. Der Mann. Ich hatte niemandem von ihm erzählt. Aus Angst hatte ich weder Andeutungen noch sonst etwas gemacht.Heute saß ich wieder auf einem der Plastiksitze an der Bushaltestelle. In gespannter Erwartung auf meinen gestrigen Besucher hampelte ich auf meinem Platz herum.Da setzte er sich auch schon neben mich.-Du bist tatsächlich gestern zur Schule gerannt? Warst unpünktlich wie ich sehe.-, stellte der Mann fest als könne er meine Gedanken lesen.Aus Angst sagte ich nichts.-Deine Angst vor dem Unerwarteten trübt deine Sichtweise. Morgen wird es also anders laufen.-Der Mann schritt wie schon gestern davon.Tag 2:Tosend umschlang der Wind meine Ohren. Diesmal hatte ich mich nicht hingesetzt, da der Sitz diesmal mit etwas ekligem beschmiert war. Der Mann kam diesmal später als sonst. Und diesmal war seine Vorgehensweise anders. Plötzlich drückte sich ein kaltes Schießeisen an meinen Kopf.-Morgen wird alles anders laufen. Bring mal deinen bequemlichen Arsch in Bewegung und ändere etwas.- Fortsetzung folgt... Was glaubt ihr wie es weiter geht?

3.2.18 09:39, kommentieren

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Auf dem Schulweg -Fortsetzung

Letzter Tag:Ich rannte.Einfach nur rennen.Egal wohin.Mehr war nicht wichtig.An kastenförmigen, graffittibesprühten Betonblocks vorbei.Direkt in die Arme eines Fremden.Eines Jungen.Einen Freund erkennt man meist direkt an seinem Auftreten.Ein Freund. Zwei Wochen später musste ich feststellen, dass ich ihn dem Mann an der Haltestelle zu verdanken hatte.Er hatte mir den Tritt gegeben, der mich aus meiner Komfortzone befördert hatte.Ich hoffe euch hat diese Geschichte unterhalten.Vielleicht konntet ihr ja einiges hinein intetpretieren.Bis Dann.

3.2.18 09:53, kommentieren